Ein Foto eines Kabelanschlusses, ein Balkendiagramm und eine dekorative Landschaft brauchen unterschiedliche Beschreibungen. Entscheidend ist, welche Information das Bild im Dokument liefert. Eine Bildbeschreibung soll diesen Beitrag auch dann verständlich machen, wenn das Bild nicht gesehen werden kann. Sie ist weder ein Dateiname noch automatisch eine ausführliche Inventarliste. Der umgebende Text hilft zu entscheiden, welche Details notwendig sind und welche nur ablenken.

Vom Zweck zur passenden Beschreibung

Frage zuerst: Was würde im Verständnis fehlen, wenn dieses Bild entfiele? Bei einer Anschlussanleitung könnte das die Position einer Buchse sein. Eine passende Beschreibung nennt dann beispielsweise den markierten Anschluss rechts neben der Stromversorgung. Die Farbe des Schreibtischs ist für diese Aufgabe wahrscheinlich unwichtig.

Bei einem Diagramm gehören Aussage und relevante Größen zusammen. „Balkendiagramm“ allein vermittelt keine Information über die dargestellten Werte. Beschreibe die wesentliche Entwicklung und stelle benötigte Zahlen zusätzlich als zugänglichen Text oder Tabelle bereit. Wenn Leser genaue Werte vergleichen sollen, reicht ein kurzer zusammenfassender Alternativtext nicht aus.

Vermeide unbelegte Deutungen von Personen oder Situationen. Eine sichtbare Handlung lässt sich beschreiben; Gefühle, Identitäten oder Absichten sind oft nicht aus dem Bild ableitbar. Auch technische Eigenschaften eines abgebildeten Geräts sollten nur genannt werden, wenn sie tatsächlich erkennbar oder aus einer verlässlichen Quelle bekannt sind.

Ein rein dekoratives Bild kann in Anwendungen mit entsprechender Funktion als dekorativ gekennzeichnet werden. Prüfe diese Entscheidung bewusst. Eine Grafik mit einer Warnung oder einem wichtigen Text ist nicht dekorativ, nur weil sie gestalterisch aufwendig aussieht. Wenn ein Screenshot wesentliche Bedienhinweise enthält, müssen diese Informationen ebenfalls erreichbar sein.

Beschreibung, Beschriftung und Fließtext abstimmen

Trage die Beschreibung in das vorgesehene Alternativtextfeld ein. Eine sichtbare Bildunterschrift und ein Alternativtext erfüllen verwandte, aber nicht identische Aufgaben. Die Beschriftung kann eine Abbildungsnummer oder Quelle nennen; die Beschreibung erklärt den inhaltlichen Beitrag für Menschen, die das Bild nicht sehen. Unnötige wortgleiche Wiederholungen machen das Lesen mühsam.

Automatisch erzeugte Beschreibungen sind ein Entwurf, keine geprüfte Aussage. Kontrolliere insbesondere Zahlen, Text in Bildern, Positionen und technische Begriffe. Wenn die Automatik nur „Computer auf einem Tisch“ erkennt, während die Abbildung eine bestimmte Anschlussposition erklären soll, fehlt der entscheidende Inhalt.

Lies die Beschreibung im Zusammenhang mit dem Absatz davor und danach. Ist sie ohne Blick auf das Bild verständlich? Braucht sie eine Richtungsangabe wie „links im Bild“, oder ist die Lage bereits eindeutig beschrieben? Beschränke dich nicht auf eine starre Zeichenanzahl: Eine einfache Aufnahme lässt sich kurz erklären, eine komplexe Grafik benötigt gegebenenfalls zusätzliche Erläuterungen im Dokument.

Prüfe zuletzt die Ausgabeform. Bei einer Konvertierung können Bildbeschreibungen oder Strukturinformationen verloren gehen. Kontrolliere deshalb die tatsächliche Datei, die weitergegeben wird, und verwende die integrierte Barrierefreiheitsprüfung als zusätzliche Hilfe. Für ein wichtiges Dokument ist Rückmeldung von Personen, die assistive Technik verwenden, besonders aufschlussreich; ein automatischer Test ersetzt diese Nutzungserfahrung nicht.